Die Saarwellinger MühlenAus einer Beschreibung aus dem Jahre 1781, worin alle Rechte, Einkünfte, Gerechtigkeiten und Besitzungen von Saarwellingen, das dem hochgräflichen Hause Wied-Runkel zugehörig war, wissen wir, dass es damals in Saarwellingen drei Mühlen gab. Die Mühlen waren Eigentum der Grafen zu Wied-Runkel und als solche verpachtet. Die drei Mühlen in Schwarzenholz (a) die Hausermühle, (b) die Kunzenmühle und (c) die Bannmühle wurden von der Abtei Fraulautern gebaut bzw. auf ihre Initiative hin gegründet. Aus der Bezeichnung Bannmühle ist zu erkennen, dass die Dorfbewohner ihre Erzeugnisse in der herrschaftlichen Mühle mahlen lassen mussten. Zum Labacher Hof gehörte auch eine Mühle. Nach einem Bericht über das Dorf Saarwellingen aus dem Jahr 1890 zufolge gehören zu Saarwellingen folgende Mühlen:
Bei den vorgenannten Mühlen handelt es sich ausnahmslos um Wassermühlen. Sie lagen an einem Bach und wurden mit Wasserkraft betrieben.
Die obere Mühle am Schwarzenholzer WegAus einem Schriftstück aus dem Jahre 1563 geht hervor, dass in diesem Jahr mit dem Bau der „Neuen Mühle“ am Standort der heutigen oberen Mühle begonnen wurde. Das Bach der Mühle war noch mit Stroh gedeckt. Dazu brauchte man 800 Strohbündel. Über diese Mühle wird wieder in einem Beleg von 1615 berichtet. Dieses Schriftstück wird heute im Landesarchiv in Saarbrücken aufbewahrt. Dort heißt es im Originaltext: „ Untertänigster Bericht des nassauischen Amtmanns zu Wellingen über die Beschaffenheit der dortigen Gemeindemühle sowie Vorschlag des Müllers, die Mühle künftig zu verbessern, um bedeutend höhere Einnehmen hieraus zu erzielen…“ Die Lage der Mühle ist deutlich auf dem Kartenausschnitt aus dem Jahre 1724 unterhalb des Zusammenflusses der Bäche aus den beiden Weihern zu erkennen. Die gestrichelte Linie stellt den Weg nach Schwarzenholz dar. Viele Müller arbeiteten in der oberen Mühle, die immer wieder neu- oder umgebaut wurde. Zeitweise war die Mühle auch verfallen. Letzter Eigentümer war Mathias Schonard. Die Mühle war bis nach dem 2. Weltkrieg (1945) in Betrieb. Die Witwe des Mathias Schonard Anna Weisgerber ließ die Mühle nach der Stilllegung zum Wohnraum umbauen.
Die obere Mühle am Schwarzenholzer Weg nach einem Ölgemälde
Kartenausschnitt 1724 - Die Karte wird im Archiv in Metz aufbwahrt (10F 456)
Die obere Mühle, Kartenausschnitt Die Untere Mühle oder Quirinsmühle in SaarwellingenUrsprünglicher Eigentümer war Matthias Quirin, geb. 1833 in Wehrden; verheiratet mit Kath. geb. Becker. Matthias Quirin hatte die Mühle mit Ökonomiegebäude und Wohnung in den Jahren 1869 bis 1871 erbaut, und zwar in den Grundrissen, wie sich die Gebäude heute noch darstellen. Es ist anzunehmen, dass an dieser Stelle früher bereits eine andere Mühle gestanden hatte, von der in der Beschreibung aus dem Jahre 1781 die Rede ist. Die Mühle, ursprünglich als Wassermühle betrieben, wurde im Jahre 1904 von dem Nachfolger des Matthias Quirin, dem Johann Quirin-Weber, zusätzlich mit einer Dampfmaschine ausgerüstet, da die vorhandene Wasserkraft nicht ausreichte, Walzenstühle und Mahlgang zu betreiben. Die späteren Betreiber der Mühle, die Gebrüder Alfons und Johann Quirin, haben im Jahre 1932 aus wasserrechtlichen Gründen den Mühlenbetrieb mittels Wasserkraft ganz aufgegeben und den Be trieb auf Dieselmotor umgestellt. 1937 entstand in der Mühle ein Schadenfeuer, wodurch diese total beschädigt wurde. Sie wurde noch im gleichen Jahr wieder nach modernsten Gesichtspunkten aufgebaut. 1941 musste der Betrieb erneut umgestellt werden, da Dieselöl nicht mehr in ausreichenden Mengen zur Verfügung stand. Jetzt wurde der Betrieb voll elektrifiziert. Alleiniger Inhaber des Mühlenbetriebes ab 1948 war der Johann Quirin-Werth. Er hat die Mühle bis 1962 betrieben und dann den Betrieb eingestellt.
Die Quirins-Mühle im Jahre 1904
Das Mühlengebäude noch mit dem Schornstein
Die Mühlengebäude im Jahre 2004 Die Sägemühle am Rodener WegUrsprünglicher Eigentümer: Anton Laur, geb. 1784; verheiratet mit Barbara Detrois. Es folgten Karl Laur-Dreyser und später Heinrich Laur-Dennemärker. 1916 war Eigentümer der Mühle, die aber nicht mehr als solche betrieben wurde, der Mühlenbesitzer Stein aus Nalbach. Dieser verkaufte den Grundbesitz mit den aufstehenden Gebäuden an den Peter Schneider-Brück, der den Mühlenbetrieb wieder aufnahm. Die Mühle wurde neu installiert und mit den notwendigen Maschinen ausgestattet und ab diesem Zeitpunkt als Ölmühle betrieben. Gemahlen wurde alles, was die Kundschaft anlieferte. Es war ja Krieg, und die Fette waren rar. Angefangen bei den Bucheckern, die von jung und alt in den heimischen Buchenwäldern gerafft wurden, über Flachs und Raps bis zu Nüssen. Das Besondere an dieser Mühle war, dass sie kein Wasserrad hatte. Die notwendige Energie zum Betrieb der Mühle wurde nicht mittels Wasserrad, sondern durch eine Wasserturbine gewonnen. Die spätere Eigentümerin der Mühle Frau Margarete Donell geb.Schneider, verkaufte die Mühle 1922 an den H. Lang aus Saarlouis. Der Mühlenbetrieb wurde eingestellt. Lang bewirtschaftete den Betrieb nicht selbst, sondern hat diesen an den Klaus Malburg verpachtet, der einen landwirtschaftlichen Betrieb unterhielt. 1952 wurde der Grundbesitz mit den Gebäuden von dem Otto Heckmann aus Saarbrücken käuflich erworben. Heckmann hat das Wohn- und Ökonomiegebäude umgebaut und hier eine Gaststätte betrieben. 1969 wurde der Grundbesitz mit dem Gebäudekomplex von der Lebenshilfe für geistig Behinderte, Kreisvereinigung Saarlouis, gekauft, die nach größeren Umbauten und Veränderungen hier eine Tagestätte für geistig Behinderte eingerichtet hat.
Die Klasse 3.2 vor der Sägemühle, 2004 Die Ölmühle in der Lebacher StraßeEigentümer war der Müller und Leinenweber Johann Jochem, geb. 1838 in Saarwellingen. Die „Ohlichmill", wie sie heute noch heißt, stand an der Lebacher Straße 48 kurz vor der Auffahrt zum Eichberg. Es handelte sich um eine Wassermühle mit Wasserrad. Gespeist wurde die Mühle vom Wasser des Heßbaches, und zwar wurde das Wasser, das für den Mühlenbetrieb benötigt wurde, mittels Schützel, das am letzten Haus (Metzger) installiert war, in den sog. Mühlengraben, der sich längs des Ritschberges hinzog, geleitet; von dort aus floss es über das Wasserrad wieder in den Heßbach zurück. Die Mühle war eine reine Ölmühle. Gemahlen wurden in der Hauptsache Flachs (Lein), Hanf und Raps, aber auch alle sonstigen Ölfrüchte, wie sie angeliefert wurden, so z. B. Bucheckern, wenn sich das Einsammeln der Bucheckern im Herbst lohnte, was ja nicht jedes Jahr der Fall ist. Aus der Berufsbezeichnung Müller und Leinenweber geht schon hervor, dass Jochem aus dem Flachshaar Leinen oder auch Linnen genannt, gesponnen bzw. gewebt hat. Der Stängel des Hanf lieferte das Werg, aus dem Seile und Taue gedreht wurden. Eine vielseitige Tätigkeit, die der Müller ausübte! Da der Heßbach in der Folge während der Sommermonate, aber auch im Herbst nicht mehr genügend Wasser führte, wurde der Mühlenbetrieb mangels ausreichender Energie eingestellt. Der Schwiegersohn Matthias Urnau hat 1903 das Anwesen übernommen und einen landwirtschaftlichen Betrieb unterhalten.
Die Ölmühle mit Wasserrad nach einem Ölgemälde
Die frühere �Ohlichmill� in der Lebacher Straße
Standort der ehemaligen Ölmühle, 2004 |













